Didaktisch innovativ: Grundsätze in Future Perfect

Future Perfect wurde gemeinsam mit Expert*innen des EHB und SOL-Spezialist*innen entwickelt. Das didaktische Konzept orientiert sich stark am Projekt n47e8 des BZLT Limmattal.  Dieses nimmt das AVIVA-Prinzip als Grundlage, hat es jedoch weiterentwickelt und speziell an digitale Unterrichtsprogramme und -formen angepasst.

Diese Kollaborationen sowie die Feedbackschlaufen mit Pilotschulen in der Entwicklungsphase machen Future Perfect zu einem bedürfnisgerechten Lehrmittel, das didaktisch auf dem neusten Stand der Kenntnisse ist. 

Im Folgenden sind die 6 wichtigsten Grundsätze in Future Perfect beschrieben. 

Lehrpersonen und Lernende

Handlungskompetenzorientierung

Future Perfect ist gezielt so konzipiert, dass HKO im Zentrum steht. Ziel des Lehrmittels ist nicht ein möglichst grosses Faktenwissen zu Nachhaltigkeit, sondern die Fähigkeit, erworbenes Wissen und Kompetenzen flexibel auf die unterschiedlichsten Situationen in Privat- und Berufsleben anpassen und anwenden zu können. Die Lernenden erhalten selten “vorgekautes” Wissen, sondern haben die Möglichkeit, sich für ihren Alltag wichtige Informationen selbst zu suchen, kritisch zu hinterfragen und eine eigene Meinung zu bilden. Mehr zu HKO finden Sie in diesem Artikel des EHB.

Eigenverantwortung

Zu grossen Teilen werden die Aufgaben in Future Perfect selbstverantwortlich von den Lernenden bearbeitet. Dabei ist Future Perfect am didaktisch-methodischen Ansatz des Selbstorientierten Lernens (SOL) angelehnt. So variieren die Aufgaben zwischen individuellen und kooperativen Typen. Daneben sind auch Selbststeuerung und -reflexion essenzieller Teil des Lehrmittels. Dennoch werden beispielsweise klare Lernziele zu Beginn der Lernpfade formuliert; die Lernenden werden also bis zu einem gewissen Grad angeleitet. 

Individualisierung

Damit die Lehrperson ihre Rolle als Lerncoach optimal ausfüllen kann, Lernende mit Schwierigkeiten unterstützen und gleichzeitig die Schnellsten fördern kann, muss ein Lehrmittel  auch eine Individualisierung zulassen. Deshalb ermöglicht Future Perfect Individualisierung auf mehreren Ebenen:

 

  • Verschiedene Themen: Neben dem Pflichtpfad stehen mehrere Vertiefungspfade zu unterschiedlichen Themen zur Wahl.
  • Freiwillige Pfadpunkte: Innerhalb der Pfade gibt es freiwillige Pfadpunkte.
  • Alternative Aufgabentypen: Innerhalb der einzelnen Pfadpunkte können die Lernenden häufig wählen, welches Thema sie bearbeiten möchten und welches Abgabeformat sie wählen (z.B. Sprachnachricht, Erklärvideo, Grafik…).

(Selbst-)Reflexion

Selbstreflexion bezieht sich in diesem Kontext zum einen auf das eigene Lernverhalten. Unterstützt  werden die Lernenden u.a. durch ein Lerntagebuch, das sie im Learning Management System führen. 

Zum anderen bezieht sich Reflexion auf ein kritisches Hinterfragen der Lerninhalte. Wie vertrauenswürdig ist eine Informationsquelle? Wie gewichtig ist eine Information? Wann ist eine Entscheidung oder ein Verhalten ethisch vertretbar? Die Lernenden können Pfadabhängigkeiten in ihrem Leben aufdecken und verstehen, wieso sie Dinge so tun, wie sie sie tun, und auch, welche anderen Möglichkeiten es gibt. Kritisches Denken ist eine zentrale Fähigkeit, die die Lernenden aus Future Perfect mitnehmen.

Rolle der Lehrperson

Die Lehrperson nimmt im Unterricht mit Future Perfect eher die Rolle eines Lernchaochs ein. Das bedeutet, dass sie nicht mehr eine ganze Klasse gleichzeitig im Frontalunterricht unterrichtet und auch nicht mehr detailliert vorgibt, was wann gelernt wird. Stattdessen werden die Lernenden in ihrem individuellen Lernprozess unterstützt. 

Bei Future Perfect wird somit viel selbstständig gearbeitet.  Die Lehrperson unterstützt aber bei Bedarf oder dort, wo es nötig ist – und kann sich dabei auch mehr Zeit für Lernende nehmen, die mehr Unterstützung benötigen. Gleichzeitig können schnellere Lernende in ihrem eigenen Tempo weiterarbeiten und gefördert werden. 

4K-Kompetenzen

Neben kritischem Denken sind auch die restlichen drei K-Kompetenzen Kreativität, Kollaboration und Kommunikation zentrale Förderpunkte des digitalen Lehrmittels. Dafür sorgen die diversen Aufgabenstellungen, die die Lernenden dazu auffordern, ihre eigenen Ideen und Erkenntnisse in eigenen Worten zusammenzufassen oder zu präsentieren. Kollaborative Ideenfindung, kritische Diskussion von Problemstellungen oder Lösungsvorschlägen oder auch das Einholen von Feedback von Mitmenschen fördern Teamfähigkeit und -geist. 

Nach oben